Nicht nur Natur: Die Dolomiten bewahren wahre Freilichtmuseen, Orte, an denen wertvolle historische Zeugnisse und spektakuläre Landschaften zusammenkommen.
Um sie zu besuchen, muss man auf einige der schönsten Gipfel des Alpenbogens steigen, zu Fuß oder – wo möglich – mit den entsprechenden Shuttlebussen. Die Mühe lohnt sich jedoch: Was sich dort offenbart, ist weit mehr, als jedes Geschichtsbuch erzählen könnte.
Für jeden dieser Orte, von Bozen bis Belluno, weist Antonella Fornari neben praktischen Hinweisen zu Wegen und Gehzeiten auf historische Sehenswürdigkeiten, Denkmäler und erhaltene Zeugnisse des Ersten Weltkriegs hin.
Es handelt sich jedoch nicht um einen weiteren gewöhnlichen Wanderführer: Der Autorin gelingt es, dem Leser auf konkrete Weise den Sinn und das Bild dessen zu vermitteln, was sich zwischen 1915 und 1917 auf den Dolomitengipfeln zutrug: die Strapazen des militärischen Lebens in großer Höhe, die Herausforderung der alltäglichen Bedürfnisse, die Ungewissheit eines zwischen Leben und Tod schwebenden Daseins.
Es ist also ein Buch zum Lesen, nicht nur zum Gebrauch bei Bergtouren in großer Höhe – auch dank des äußerst reichhaltigen Bildmaterials: über zweihundert Aufnahmen, alle von der Autorin selbst gemacht, die eine wertvolle Hilfe für all jene sind, die – auch vom heimischen Sofa aus – zumindest in der Vorstellung die Orte nachvollziehen möchten, an denen gekämpft wurde.
(Artikel von Laura Pontin)


