Die Provinz Belluno ist die italienische Seite der Dolomiten, in der man noch ohne Gedränge übernachtet: neun Täler, rund 60 Gemeinden, ein Nationalpark — und ein Angebot, das von der Ferienwohnung im historischen Ortskern über familiengeführte Hotels und Agriturismi bis zur bewirtschafteten Berghütte auf 2.000 Metern reicht. Diese Seite erklärt, welche Unterkunftsarten es gibt, worin sie sich unterscheiden und in welchem Tal Sie wofür am besten wohnen — als redaktionelle Orientierung, nicht als Buchungsportal.
Kurz gefasst
- Ferienwohnung / Ferienhaus: die verbreitetste Form für längere Aufenthalte und Familien, oft in Ortskernen oder Weilern.
- Hotels und Pensionen: überwiegend klein und familiengeführt; große Häuser gibt es fast nur in Cortina und in den Hauptorten.
- B&B: häufig in umgebauten Bauern- oder Bürgerhäusern, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Agriturismo: Übernachtung auf dem landwirtschaftlichen Betrieb, meist mit eigener Küche aus den eigenen Produkten.
- Berghütte (rifugio): Übernachtung im Hochgebirge, Sommersaison, Halbpension und Matratzenlager.
- Camping: Stellplätze und Bungalows in Talnähe, überwiegend von Mai bis September.
- Beste Buchungszeit: Februar bis April für den Sommer, September bis Oktober für den Winter; im August und um Ferragosto (15. August) ist es am vollsten.
Ferienwohnungen und Ferienhäuser in den Belluneser Dolomiten
Wer länger als ein Wochenende bleibt, wohnt hier meist in einer Ferienwohnung. Das Angebot besteht überwiegend aus Wohnungen in Mehrfamilienhäusern der Ortskerne, aus umgebauten Dachgeschossen und aus einzelnen Ferienhäusern in den Weilern oberhalb der Talsohle. Typisch sind Küche, Holzofen oder Kaminofen, Balkon mit Bergblick und ein Stellplatz vor dem Haus.
Zwei praktische Hinweise: Viele Häuser liegen an Straßen, die im Winter Schneeketten oder Winterreifen verlangen — fragen Sie vor der Buchung nach der Zufahrt. Und rechnen Sie die Kurtaxe (imposta di soggiorno) ein, die je nach Gemeinde erhoben und meist vor Ort bar bezahlt wird.
Hotels und Pensionen
Die Hotellerie im Belluneser ist kleinteilig. Abgesehen von Cortina d’Ampezzo, das ein eigenes, deutlich gehobeneres Preisniveau hat, dominieren Häuser mit zwanzig bis vierzig Zimmern, oft seit Generationen in Familienbesitz. In Belluno, Feltre, Pieve di Cadore, Agordo und Longarone finden Sie klassische Stadthotels, in den Skiorten des Zoldotals, des Agordino und am Nevegàl eher Berghotels mit Halbpension.
B&B, Agriturismi und Almwirtschaften
Das B&B ist in den letzten Jahren die am schnellsten gewachsene Kategorie: häufig zwei oder drei Zimmer in einem sanierten Altbau, mit Gastgebern, die das Tal kennen. Der Agriturismo ist rechtlich an einen aktiven landwirtschaftlichen Betrieb gebunden — Käse, Fleisch, Honig, Obst kommen vom Hof, und genau das ist der Grund hinzufahren. Im Sommer vermieten außerdem einige bewirtschaftete Almen (malghe) einfache Zimmer.
Berghütten: übernachten auf 1.500 bis 2.300 Metern
Die Rifugi sind keine Hotels, sondern Stützpunkte: Halbpension, Mehrbettzimmer oder Matratzenlager, Reservierung Pflicht, Bezahlung oft nur bar. Die Saison reicht meist von Ende Juni bis Mitte September. Wer eine der Alte Vie der Dolomiten geht, übernachtet ausschließlich so. Ein gutes Beispiel für den Charakter dieser Häuser ist das Rifugio 7° Alpini unter der Schiara, das von Case Bortot in rund zweieinhalb Stunden zu Fuß erreichbar ist.
Camping
Campingplätze liegen fast alle in Talnähe, an den Flüssen oder an den Seen, und haben in der Regel von Mai bis September geöffnet. Viele bieten neben Stellplätzen auch feste Bungalows oder Mobilheime — eine Zwischenlösung für Familien, die weder Hotel noch Wohnung wollen.
Wo übernachten? Die Täler im Vergleich
Die Provinz Belluno ist groß und die Täler sind sehr verschieden. Diese Übersicht hilft bei der Wahl der Basis — jedes Gebiet führt zu unseren redaktionellen Beiträgen über die Region.
| Gebiet | Ideal für | Charakter |
|---|---|---|
| Belluno und Valbelluna | Städtische Basis, ganzjährig, gute Verkehrsanbindung | Historische Stadt am Piave, Ausgangspunkt für Schiara und Nevegàl |
| Agordino | Wandern, Klettersteige, Skifahren | Hochgebirgstäler unter Civetta, Pelmo und Marmolada |
| Cadore | Familien, Seen, Kultur | Tizians Heimat, Wälder und der Lago di Centro Cadore |
| Boite-Tal und Cortina | Skifahren, Bergsteigen, gehobene Ansprüche | Das bekannteste und teuerste Gebiet der Provinz |
| Alpago | Ruhe, See, Gleitschirmfliegen | Sanfte Hänge über dem Lago di Santa Croce, nahe am Cansiglio |
| Feltrino | Kunststädte, Radfahren, Nationalpark | Feltre und die Vette Feltrine, mildestes Klima der Provinz |
| Zoldotal | Wandern, Skifahren, Speiseeis-Geschichte | Enges Tal unter dem Pelmo, Heimat der Eismacher |
| Comelico | Langlauf, Stille, Ladinische Kultur | Das nördlichste, am wenigsten touristische Tal |
| Biois-Tal | Almen, Traditionen, Wandern | Falcade und die Pale di San Martino |
Wann buchen — und wann es voll wird
Die beiden Hochsaisonen sind Juli bis August und die Weihnachts- bis Februarwochen. Um Ferragosto (15. August) und über Silvester sind die begehrten Wohnungen und die Hütten seit Monaten vergeben. Deutlich entspannter — und landschaftlich oft schöner — sind Juni, September und die erste Oktoberhälfte. Für den Sommer buchen Sie am besten zwischen Februar und April, für den Winter im September oder Oktober.
Wer bewusst dem Andrang ausweichen will, findet in unserem Beitrag Dolomiten ohne Massentourismus konkrete Alternativen zu den überlaufenen Klassikern.
Häufige Fragen zur Unterkunft in den Belluneser Dolomiten
Wo übernachtet man am besten in den Belluneser Dolomiten?
Das hängt vom Zweck ab: Belluno und die Valbelluna als ganzjährige, gut angebundene Basis; das Agordino und das Zoldotal fürs Hochgebirge; der Alpago und das Feltrino für Ruhe und Natur; das Boite-Tal mit Cortina fürs klassische Skifahren.
Ist eine Ferienwohnung günstiger als ein Hotel?
Ab etwa drei Nächten und zu zweit meist ja, vor allem weil man selbst kochen kann. Kurze Aufenthalte und Halbpension sprechen eher für ein Hotel oder ein B&B.
Braucht man ein Auto?
Für die Täler praktisch ja. Belluno, Feltre und Longarone sind per Bahn erreichbar, und im Sommer gibt es Buslinien zu den Pässen, aber die abgelegenen Weiler und die Ausgangspunkte der Wanderungen erreicht man ohne Auto nur schwer.
Was ist die Kurtaxe?
Die imposta di soggiorno wird von den einzelnen Gemeinden erhoben, gilt pro Person und Nacht und ist üblicherweise vor Ort zu zahlen. Höhe und Befreiungen unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde.
Kann man in einer Berghütte übernachten?
Ja, im Sommer. Reservierung ist Pflicht, Halbpension die Regel, Schlafsackinlett mitbringen, und häufig wird nur bar bezahlt.