Am Zusammenfluss von Biois- und Cordevole-Tal ist Cencenighe Agordino seit Jahrhunderten der natürliche Verkehrsknotenpunkt des Agordino: ein altes Steinmetzdorf auf dem Weg nach Falcade, Alleghe und zur Marmolada.

Ein jahrtausendealter Verkehrsknotenpunkt
Cencenighe Agordino (auf Ladinisch Zenzenìghe) ist eine Gemeinde mit rund 1.200 Einwohnern, die genau dort liegt, wo der Bach Biois auf den Cordevole trifft: eine Lage, die es zum natürlichen Verkehrsknotenpunkt des Agordino macht, ein Pflichthalt für alle, die das Biois-Tal in Richtung Falcade und Passo San Pellegrino hinauffahren, weiter nach Alleghe und zur Civetta, oder in Richtung Marmolada und Malga Ciapela.
Die Siedlung besteht seit etwa dem Jahr 1000, begünstigt durch Kupfer-, Blei-, Eisen- und Silbervorkommen sowie den Waldreichtum, der die Schmelzöfen speiste; die ersten schriftlichen Erwähnungen des Ortsnamens stammen aus dem späten 13. Jahrhundert. Die ältesten Siedlungskerne sind Coi und Villagrande, letzteres bis Anfang des 20. Jahrhunderts der Hauptort. Politisch folgte das Gebiet den Geschicken des Agordino und kam 1404 unter die Republik Venedig. Seine Lage am Zusammenfluss der beiden Bäche setzte es im Laufe der Geschichte schweren Überschwemmungen aus, insbesondere im September 1882 und im November 1966. Der heutige Name mit dem Zusatz „Agordino“ wurde 1964 eingeführt.
Die Tradition der Steinmetze
Das Dorf war lange mit der Eisenverarbeitung, der Holzkohleproduktion für die nahen Kupferminen des Valle Imperina und vor allem mit der Kunst der Steinmetze verbunden: entlang der Via Villagrande und der Via Coi sowie in den Weilern finden sich noch Türstürze, Portale, Stufen und Fensterrahmen aus bearbeitetem Dolomitgestein sowie handgemeißelte Brunnen in den Weilern Chioit, Bogo und Martin. Diese handwerkliche Tradition wird heute im Freilichtmuseum der Steinmetze beim Rathaus gewürdigt.
Das wichtigste religiöse Denkmal ist die Kirche Sant’Antonio Abate mit Ursprüngen aus dem Jahr 1250 und Wiederaufbau 1723, die einen geschnitzten Holzaltar von 1753 bewahrt.

Ausgangspunkt für die Agordiner Dolomiten
Heute ist Cencenighe Agordino, ein lebendiger Ort mit Geschäften für lokale Produkte, vor allem ein strategischer Durchgangs- und Rastpunkt für alle, die die Agordiner Dolomiten besuchen, dank seiner zentralen Lage zwischen den wichtigsten Zielen der Gegend – vom Passo Fedaia bis zur Marmolada.
Quellen: Wikipedia, Comune di Cencenighe Agordino, Treccani.

