Museo Etnografico Dolomiti, in Seravella di Cesiomaggiore

In Seravella di Cesiomaggiore, am Fuße des Nationalparks Dolomiti Bellunesi, bewahrt eine Villa aus dem 19. Jahrhundert das Museo Etnografico Dolomiti: eine kleine Schatzkammer bäuerlichen und alpinen Lebens, mit Werkzeugen, Handwerk und Auswanderergeschichten.

Villa Avogadro degli Azzoni, Sitz des Museums

Das Ethnografische Museum der Provinz Belluno und des Nationalparks Dolomiti Bellunesi, heute auch als Museo Etnografico Dolomiti bekannt, hat seinen Sitz in Seravella, einem Weiler der Gemeinde Cesiomaggiore, wenige Kilometer von Feltre entfernt. Es befindet sich in der Villa Avogadro degli Azzoni, einem Landhaus aus dem 19. Jahrhundert, das der gleichnamigen Adelsfamilie gehörte, umgeben von über vier Hektar Parkanlage, einst ein Eichenwald, der schon zur Zeit der Republik Venedig geschützt war.

Die Villa wurde von der Comunità Montana Feltrina erworben und restauriert – die Restaurierung wurde 1994 abgeschlossen – um zum Museumssitz zu werden: Das Museum wurde 1997 für die Öffentlichkeit eröffnet und wird noch heute von der Provinz Belluno betrieben, die es als Pilotinstitution im ethnografischen Bereich für Forschung, Katalogisierung und Aufwertung des Kulturerbes des Gebiets betrachtet.

Blick auf Busche, einen Weiler von Cesiomaggiore, im Valbelluna
Busche, ein Weiler von Cesiomaggiore, auf dessen Gebiet das Museum liegt. Foto: Syrio / Wikimedia Commons – CC BY-SA 4.0.

Was das Museum erzählt

Das Museum dokumentiert das Leben und die materielle Kultur der alpinen und voralpinen Bevölkerung des Bellunese – der Gebiete Feltrino, Agordino, Cadore und Valbelluna – anhand von Rundgängen über mehrere Stockwerke des Herrenhauses und in den Nebengebäuden des Hofes. Die Ausstellungen rekonstruieren häusliche und ländliche Umgebungen mit Schwerpunkt auf der traditionellen Feuerstelle (dem „larìn“), landwirtschaftlichen Geräten und Werkzeugen, Transportmitteln wie Schlitten und „musse“ für Holz und Heu sowie Textilarbeiten wie Spinnen und Weben.

Ein wichtiges Thema betrifft die Migration: die Auswanderung im 19. und 20. Jahrhundert, auch nach Brasilien, und die Geschichte der „Ammen“, die das Tal verließen, um die Kinder von Stadtfamilien zu stillen. Das Museum bewahrt zudem eine Kunstsammlung, die mit dem Schriftsteller und Bergsteiger Giuseppe Mazzotti verbunden ist.

Kirche San Bartolomeo in Tussui, Cesiomaggiore
Kirche San Bartolomeo in Tussui, ein weiterer Weiler von Cesiomaggiore. Foto: Syrio / Wikimedia Commons – CC BY-SA 4.0.

Ein auf einem Hof verteiltes Museum

Wie für alpine ethnografische Museen typisch, ist die Anlage rund um einen Hof organisiert, mit mehreren Gebäuden: Das Herrenhaus beherbergt die Dauerausstellungen auf drei Etagen sowie eine didaktische Werkstatt; die Nebengebäude beherbergen Sonderausstellungen, eine Fachbibliothek mit etwa 6.000 Bänden, Foto-, Ton- und Filmarchive, ein Dokumentenarchiv mit Heiligenbildchen, Plakaten, Auswandererbriefen und Aussteuern, einen Konferenzsaal und eine Restaurierungswerkstatt. Im Freien befinden sich ein Garten mit alten Rosen, ein Lehrfeld und ein Lehrbienenstand.

Informationen für den Besuch

Das Museum hat saisonal unterschiedliche Öffnungszeiten: Es empfiehlt sich, aktuelle Tage und Zeiten auf der offiziellen Website museoetnograficodolomiti.it zu prüfen, bevor man den Besuch plant. Das Museum liegt nur wenige Minuten vom Nationalpark Dolomiti Bellunesi entfernt, ein natürlicher Zwischenstopp für den Besuch.

Quellen: Comune di Cesiomaggiore, Ministero della Cultura, offizielle Website des Museums.